„Muslim sein – Grundlagen des Glaubens“ von Sheikh Nazim (Rezension)

Rezension von Natascha Stevenson

muslim_sein-neuChrist, Jude oder Muslim sein – obwohl wir den unterschiedlichen Glaubensrichtungen angehören, befinden wir uns nicht immer wirklich in ihnen. Viele Menschen kennen die Grundlagen und -begriffe ihres Glaubens gar nicht, oder könnten diese nicht einmal erklären. Das kommt selbst bei denen vor, die es garnicht vermuten – denn nur wer auch viel fragt, kriegt viel Antwort.

…Sie fühlen sich nicht betroffen? Solange man sich nicht nach den Manifesten des eigenen Glaubens erkundigt, wird man womöglich garnicht bemerken, wie wenig Grundwissen man zum Thema besitzt. Christ sein und zugleich nicht wissen, wie oder warum Ostern gefeiert wird, ein Muslim sein und die 5 Säulen nicht aufzählen können … egal wo auf der Welt sich Menschen in ihrer Religion nicht auskennen, sollten diese zumindest über das entsprechende Glaubensfundament Bescheid wissen. Wir haben uns nun einmal beispielhaft den Islam vorgenommen, dessen Grundlagen recht überschaubar, strukturiert und nachvollziehbar sind. Was das Muslim-Sein bedeutet, wird in diesem auf das Wichtigste beschränkte Taschenbuch erklärt.

Oft fragt man sich ja als Muslim oder auch Nichtmuslim, was das Muslim-sein denn ausmacht bzw. was jemanden zum einem Muslim macht. Da das hier vorgestellte Büchlein eines Scheichs (Sheikh Nazim) aus Zypern bereits in den fünfziger Jahren geschrieben wurde, um Gläubige an ihre Pflichten und religiöse Ordnungen zu erinnern, ist das Buch zwar schnörkellos, dafür aber in tiefsinniger Sprache verfasst. Auf knapp 100 Seiten schildert der Autor und Sufi die essentiellen Elemente, die im Leben eines gläubigen Muslims beteiligt sein sollten. Dabei geht er auf Bestimmtes – wenn nötig – detailliert ein, wie beispielsweise die Vorgehensweise im Gebet. Da der ursprüngliche muslimische Hintergrund viele arabische Wörter und Passagen mit sich bringt, finden sich viele hilfreiche Transkriptionen in das lateinische Alphabet.

Hier ein Text mit interessanter Aussage bezüglich eines berühmten Streitthemas in unserer Gesellschaft – der islamischen Schlachtung:

„Es wird als im höchsten Grade verwerflich, ‚makruh‘, angesehen, wenn bei der Opferung mit dem ersten Schnitt das Rückenmark des Tieres durchtrennt wird, während das Tier noch lebt. Es ist ‚haram‘, verboten, das Rückenmark anzuschneiden, bevor das Tier tot und zur Ruhe gekommen ist, denn ein solcher Schnitt verursacht dem Tier unerträgliche Schmerzen. (…) Einige Leute sind der Meinung, dass das Tier nicht leicht sterben kann, wenn der Rückenmarksstrang nicht durchtrennt ist, und schneiden mit dem ersten Schnitt hinein. Dies ist aber verkehrt und eine Grausamkeit, sie tun dem Tier damit ein großes Unrecht an.“

Dieses Buch hat einen viel persönlicheren Charakter als Sachbücher für „Dummies“ oder ähnliche zusammenfassende Wegweiser. Gleichzeitig mutet die Ausdrucksweise darin einer Strenge an, die für einen Scheich, der sich ein Leben lang seinem Glauben widmete, typisch und erwartungsgemäß ist. Es behandelt sachlich und fachkundlich die Grundthemen des Islam: Glaube, Reinheit, Gebet, Fasten, Almosengeben, Pilgerfahrt und die allgemeinen Grundsätze.

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