„Mit dem Herz durch die Wand“ – Clovis Cornillac (DVD-Rezension)

In Kooperation mit dem Movie-College

Rezension von Theresa Koehnsen

Kann man sich auch verlieben, ohne sich jemals zu sehen? In der Liebeskomödie „Mit dem Herz durch die Wand“ entwickelt sich eine Liebesgeschichte der ganz besonderen Art. Zunächst verstehen sich die beiden Nachbarn nämlich garnicht. Sie, Pianistin, ist gerade in eine neue Wohnung gezogen und nur eine hauchdünne Wand trennt sie von ihm, Erfinder, wie sie mit Schrecken feststellen muss. Alles was er sagt und tut, hört sie so gut, als stände er im Raum und umgekehrt. Das ist sehr unangehm, da jeder für seine Tätigkeiten absolute Ruhe braucht, er wenn er an seinen Erfindungen arbeitet und sie, wenn sie Klavier spielt.

Anfangs kommt es deswegen zu regelmäßigen Streitgesprächen und provokativen Lautsein, aber irgendwann können die beiden sich arrangieren und empfinden nach und nach immer mehr Sympathie füreinander. Nur haben sie sich noch nie gesehen und als sie beschließen sich zu treffen, hat jeder eine etwas falsche Vorstellung, wie der andere aussieht…

Kannst du dir eine Beziehung vorstellen, mit einem Mann/einer Frau, die du noch nie in deinem Leben gesehen hast, mit der du aber praktisch zusammenwohnst? Was gehört denn wirklich zu einer Beziehung? Muss man dafür intim werden oder reicht die Nähe auf Zuruf? Kann man jemanden attraktiv finden, von dem man keine Ahnung hat, wie er wirklich aussieht? All diese Fragen wirft der Film auf und beantwortet sie mit charmanten französischen Akzent.

Die Geschichte ist ganz nach französischer Art leicht und locker erzählt, mit wunderschönen Aufnahmen und Sets, die wohl mit Absicht etwas an stereotypische Sets erinnern. Clovis Cornillac hat damit für seinen ersten Film als Regisseur durchaus etwas geschaffen, was sich sehen lässt. Bekannt ist er besonders für Rollen in Filmen wie „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ oder „Asterix bei den Olympischen Spielen“. Hier scheint ihm das Spagat zwischen Regie und Hauptrolle ohne Probleme zu gelingen.

In die Charakterzeichnungen des eigenbrötlerischen Erfinders und der schüchternen Pianistin wurde offensichtlich viel Zeit und Liebe investiert. Alle Darstelle spielen diese Rollen zudem mit viel Leidenschaft und Hingabe. Auch am Set wurde mit Liebe zum Detail nicht gespart. Beide Wohnungen beschreiben die Charaktere sehr passend. (Das fängt schon mit der Sicht aus dem Fenster an.) Die Musik untermalt den Film mit großen Künstlern wie Chopin, was auch für ungeschulte Ohren wahnsinnig schön ist.

Schade an der schönen Erzählweise ist, dass dem Problem/den Problemen, die die beiden miteinander haben, einfach aus dem Weg gegangen werden könnte. Es verdirbt einem ein bisschen den Film, dass man sich die ganze Zeit fragt, warum sie nicht die Wand selbst isolieren oder sich nun mal einfach treffen.

„Mit dem Herz durch die Wand“ ist eine süße, schnulzige Liebeskomödie ganz typisch französisch und für Romantiker und Frauen direkt nach einer Trennung definitiv sehenswert. Lässt sich super mit einer großen Schüssel Eis und einer Flasche Wein genießen.

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