„Kleine Gefühlskunde für Eltern“ von Vivian Dittmar (Rezension)

Rezension von Natascha Stevenson

kleine Gefühlskunde vivan DittmarWas brauchen Kinder um zwischen Wut, Freude, Angst und Trauer die gesunde Balance zu halten? Eher autoritäre Erziehung oder antiautoritäre Erziehung? Und was brauchen die Eltern, damit sie den richtigen Mittelweg finden, ohne von einem Gefühlsextrem ins andere zu rutschen?

Diese Fragen lassen sich anhand von Gefühlen klären, wenn man erkennt, warum Kinder überhaupt so viele intensive Gefühle haben und wobei diese ihnen im Leben hilfreich sind. Denn Gefühle sind keine Probleme, sondern die Problemlösung selbst! Das gilt natürlich nicht nur für Kinder. Je besser der Erwachsene mit seinen eigenen Gefühlen umgehen kann, umso bereichernder wird seine Beziehung zu seinem Kind sein.

Vivian Dittmar hat ihr Erfolgsbuch „Gefühle & Emotionen – Eine Gebrauchsanweisung“ dem hier vorgestellten Werk vorausgeschickt. Wer also ihr erstes Buch bereits gelesen hat, wird hier viele ihrer Thesen, Begrifflichkeiten und Methoden wiederfinden, aber auch vor allem neue Inhalte in Bezug auf die oft problematische Eltern-Kind Relation. Dabei geht es besonders um junge Kinder, die ihre Gefühle meist ganz ungefiltert ausleben und zeigen – oder gerade erst dabei sind zu lernen, sie zu verstecken. Gerade das Ausleben versuchen viele Eltern nämlich zu unterdrücken… denn wer mag schon schreiende Kleinkinder!

Doch wer wegdrückt, wird bedrückt, und das ist nicht gesund. Die Autorin spricht aus eigener Erfahrung und zeigt auf, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen müssen, um diese für die heutigen Verhältnisse gesellschaftsfähig zu machen. Nur emotional stabile Menschen haben Aussicht auf einen ausgeglichenen Charakter, der ihnen eine gute Lebensgrundlage und inneren Halt in einer Welt bietet, die sich immer schneller dreht. Diesen Aspekt benennt Vivan Dittmar in ihrem Buch mit „soziale & emotionale Kompetenz„.

Und das ist schon das Geheimnis: Der beste Weg ist der, einfach in Beziehung mit dem Kind zu sein, statt sich und dem Kind die  Erziehung aufzuerlegen. Deshalb ist die Gliederung der Kapitel auch sehr einleuchtend: I Eltern & Gefühle, II Kinder & Gefühle, III Ein neues Miteinander. Auf mehr als 200 Seiten werden zahlreiche Stationen abgehandelt, in denen sich Eltern und Kinder in ihrem Gefühlsleben befinden können. Typische Mutterängste und Vatersogen sowie emotionale Altlasten aus dem „Familienerbe“ macht sie verständlich und begleitet die verschiedenen Themenbereiche mit speziellen Übungseinheiten. Das zweite Kapitel zeigt dann die Sicht des Kindes, dessen Empfindungen sich in Freude, Wut, Angst, Scham und Trauer ausdrücken. Wie auf diese Empfindungen richtig zu reagieren ist, wir hier ausführlich erklärt. Auf den „Umgang mit Macht“ bezieht sich dann das letzte Kapitel, in dem beispielsweise gezeigt wird, dass Macht mit Autorität nicht gleichzusetzen ist.

Die unzähligen Ratschlage, die dieses Buch enthält, machen es zu einem wahren Schatz für Eltern, die sich und ihren Kinder einen Gefallen tun wollen. Die Kraft aufzubringen, bisherige Standpunkte oder Vorgehensweisen zu reflektieren und neu einzuschätzen, ist sicher eine Voraussetzung! Nichtsdestotrotz überfordert dieses Buch sicherlich niemanden, denn es ist zudem sehr klar formuliert und gut strukturiert.

Eine tolle Hilfe für Eltern von einer erfahrenen Mutter!

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