„Der Körper als Spiegel der Seele“ von Ruediger Dahlke (Rezension)

Rezension von Natascha Stevenson

der Körper als Spiegel der SeeleDass Handlinien und Gesichtszüge über den Lebenslauf oder Charakter eines Menschen Auskunft geben, ist bekannt und zum größten Teil auch anerkannt. Nun deckt der Arzt Rüdiger Dahlke eine andere Ebene von Körpersprache auf, zu der vergleichsweise die ganze Beschaffenheit und Form einer Hand gehört – und eben nicht nur Nasen-, Mund- und Augenform, sondern ebenso Kopf-, Gesicht-, Halsform und andere Körperareale.

Grundsätzlich möchte der berühmte Autor mit seinem ca. 300 seitigen Buch auf den ganzen Körper als Spiegel oder Ausdruck der Seele aufmerksam machen. Schemenhaft werden vereinzelt Körperschatten, wie auf dem Cover, als Illustration gezeigt – wohl mehr als Auflockerung des Textes als zur Darstellung, denn den schriftlichen Beschreibungen der Formen mangelt es nicht an Präzision. Dazu kommen sieben photographische Abbildungen aus dem Gesichtsfeld, wie Augen, Mund, Zähne, Stirn und Kinn, die als Gesichtsausschnitte mehrerer Menschen mit unterschiedlichen Formen zum Vergleich dargestellt sind. Da das Gesicht ein Vielfältiges Potential an Symbolinformation auf kleinem Raum enthält, ist dies natürlich sinnvoll.

Dieses schon 2009 erschienene Sachbuch ich zeitlich unbegrenzt gültig und für alle, die den Körper verstehen wollen oder meinen ihn bereits zu verstehen, unbedingt interessant. Dank seiner inhaltlichen Aufteilung in Figurtypen und Körperzonen ist das Buch für alle menschlichen Gestalten aussagekräftig. Dabei geht es auf die bestimmten Körperelemente, Beschreibungen und Symbolhaftigkeiten nicht zu sehr ins Detail, sodass noch ein gewisser Spielraum für Individualität beim persönlichen analysieren bleibt.

Ohne irgendein spezielles oder spirituelles Wissen mitbringen zu müssen, kann sich wirklich jeder Leser in dieses Buch einfinden – der Autor verwendet eine gut und leicht verständliche Sprache reich an Metaphern. Auch wird in der Einleitung „Körperformen als Ausdruck der Seele“ mit 5 Unterkapiteln die Grundthematik der seelischen Ebene geschildert, die automatisch zu einem praktikablen Verständnis der Körperdeutung führt. Dabei steht „Selbsterkenntnis“ an erster Stelle, die Aufgabe „den eigenen Weg zu finden“ und letztlich „Glück und Zufriedenheit“ zu erlangen. Klugerweise geht Rüdiger Dahlke auch auf ein paar Themen ein, die viele Menschen und besonders Frauen beschäftigen: Schönheitsideale und plastische Operationen. Er schildert die Problematik dieser beiden Aspekte und rät letztlich an, sich durch Bewusstheit der eigenen Proportion fragwürdiger Maßnahmen zu enthalten.

Hier ein Textausschnitt aus dem Kapitel „Körperzonen und ihre Symbolik: Der Po – sich durchsetzen“:

„Heute hat der dicke Hintern meist ganz banal mit der (Fehl-) Ernärhung zu tun. […] Wir werden hier Opfer des in der Evolution verfeinerten Überlebensprogramms und unsere Pos zu ungeplanten Fettspeichern. Denn während wir gelernt haben, mit Mangel umzugehen, haben wir – wie schon beschrieben – keinerlei Erfahrung mit Überfluss. Die im doppelten Sinne überflüssige mangelernährung über Fastfood und die modere Bequemlichkeit sind zwei wesentliche Faktoren, die heute weltweit den „Elefantenhintern“ auch junger Menschen zu einem Markenzeichen modernen Lebens machen. Früher waren ausufernde Pos eher ein Thema nach der Lebensmitte. Wer im Laufe seines Lebens nicht gelernt hatte, sich durchzusetzen, versuchte es auf den letzten Drücker noch durch Expansion auf dieser hinteren Ebene. […] Wer gutes Sitzfleisch hat, kann alles aussitzen, wobei es sich hier weniger um Fleisch als eigentlich um Sitzfett handelt. Sogleich fällt einem der mächtig übergewichtige deutsche Exkanzler Kohl ein, der dafür bekannt war, auch schwerwiegendste Situationen bequem auszusitzen. Er tat oft einfach nichts, sondern blieb still (sitzen), während die Opposition tobte und gegen seine Ruhe wenig vermochte. So hat er viele Probleme ausgesessen und einige auf diese Weise auch gleich gelöst. Wer einen guten Sitz hat und sich durchsetzen kann, wird auch bestehen. Wer zu sich stehen kann, wird andererseits auch gut sitzen und sich häufig durchsetzen. Der dicke Hintern verdeutlicht neben dem Thema Druchsetzungsfähigkeit zugleich auch Trägheit, …“

Zum kleinen Preis macht Sie dieses Buch zum „Körperversteher“ von Kopf bis Fuß! Es wird deutlich, dass man dieses Wissen vor allem auch auf sich selbst anwenden kann und soll, wie Rüdiger Dahlke erwähnt, weil man grundsätzlich besser die eigenen inneren Tendenzen als die eines Gegenübers kennt und zudem für sich selbst beurteilen muss, ob man bei der Deutung eher in Richtung Spiegel des Selbst oder Ausdruck des unverwirklichten Anteils  geht, statt andere nach ihrem Aussehen zu be- oder verurteilen. Somit trägt das Buch vor allem zur Selbsterkenntnis über den eigenen Körper und seinen Ausdruck der Seele bei, zu lernen sich so anzunehmen wie man ist und Wege der Aussöhnung mit sich und der Welt zu schaffen.

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